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Live Biofeedback und Emotionsregulation in elektronischen Märkten (DFG)

Live Biofeedback und Emotionsregulation in elektronischen Märkten (DFG)
Ansprechpartner:

Ewa Lux, Verena Dorner, Jella Pfeiffer

Förderung:

DFG-Sachbeihilfe (2014-2017) 

Wenn Menschen suboptimale Entscheidungen treffen, so wird dies häufig mit einem zu starken Einfluss von Emotionen begründet. Tatsächlich wurde bereits in verschiedenen Kontexten nachgewiesen, dass Emotionen in Momenten hoher Aktiviertheit (engl. Arousal) außer Kontrolle geraten und Entscheidungen negativ beeinflussen können. Emotionen sind jedoch für Entscheidungsträger unverzichtbar, da sie uns auch helfen, die antizipierten Folgen einer Entscheidung richtig einzuordnen und deshalb gute Entscheidungen zu treffen. Die angemessene Verarbeitung von Emotionen ist somit eine wichtige Voraussetzung für das Treffen ökonomischer Entscheidungen. Gemäß der psychologischen Theorie der Emotionsregulation (ER) entstehen Emotionen im Rahmen eines dynamischen Prozesses, der bewusst oder unbewusst reguliert werden kann. Aktuelle Forschung zeigt, dass ER kontextabhängig zu besseren Entscheidungen führen kann. Das neu eingerichtete Karlsruhe Decision & Design Lab (KD2Lab) am KIT ermöglicht es, auf Basis von physiologischen Messungen einen tieferen Einblick in die von Menschen erlebten Emotionen zu gewinnen. Des Weiteren könnten derartige Technologien auch dazu eingesetzt werden, Menschen mit Hilfe von Live-Biofeedback (LBF) bei ER zu unterstützen. Bei dieser Technologie wird Anwendern mit Hilfe von physiologischen Messungen ein direktes Feedback über ihren aktuellen emotionalen Zustand gegeben. LBF kann dazu beitragen, das generelle Bewusstsein für den eigenen emotionalen Zustand zu erhöhen und darauf aufbauend, die Fähigkeit zur Einschätzung des eigenen emotionalen Zustandes zu verbessern. Die Ziele des beantragten Vorhabens sind (i) die Untersuchung des Einflusses von bewusster und unbewusster ER, (ii) die Entwicklung eines multi-modalen Arousal-Parameters und einer interaktiven LBF-Lernumgebung zur Verbesserung der ER-Fähigkeiten, sowie (iii) die Untersuchung des Einflusses von ER-Training und LBF auf ökonomische Entscheidungen am konkreten Kontext von elektronischen Auktionen. Auktionen eignen sich besonders gut zur Untersuchung dieser Zusammenhänge, da Auktionsteilnehmer häufig hohe Arousal-Niveaus erleben und Emotionen dort vielfach als Ursache schlechter Entscheidungen verantwortlich gemacht werden. Zudem haben Auktionen eine hohe ökonomische Relevanz und eignen sich sehr gut zur Untersuchung von ökonomischen Entscheidungen im Labor. Die Ergebnisse tragen zu einem tieferen Verständnis darüber bei, welche ER-Strategien vorteilhaft für Entscheidungsträger sind, so dass diese Strategien gezielt trainiert werden können. Darüber hinaus gewinnt die Integration von LBF in Informationssystemen mehr und mehr an Bedeutung. LBF kann dabei helfen, Entscheidungsträger in kritischen Situationen zu warnen, Prozesse und Informationsdarstellung zur Entscheidungsunterstützung situativ anzupassen und ER-Fähigkeiten gezielt zu trainieren. Das Projekt liefert wertvolle Erkenntnisse zur geeigneten Darstellung von LBF und zur generellen Gestaltung derartiger Systeme.